Weiterentwicklung von Kitodo.Production

Das Workflowmanagement-Modul Kitodo.Production wird derzeit mit einer Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) weiter entwickelt. Projektpartner sind die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB), Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (SUB), Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und die NORDAKADEMIE, Hochschule der Wirtschaft Elmshorn (NAK). Beteiligt sind außerdem die Kitodo-Dienstleister Zeutschel und effective WEBWORK. Das Projekt verfolgt drei große Entwicklungsziele.

Entwicklungsziel 1: Modularisierung

Kitodo.Production verfügt über eine Vielzahl von Komponenten und Werkzeugen, die bislang nicht vollständig modular umgesetzt und entsprechend schwer zu verändern sind. Erstes Entwicklungsziel des Projekts ist daher eine konsequente Modularisierung der Software, wodurch auch die Voraussetzungen für zukünftige Erweiterungen und Anpassungen geschaffen werden sollen. Die Software wird ihren monolithischen Charakter verlieren und in einen Systemkern, eine Projekt- und Workflowmanagementkomponente und verschiedene, als Plugins an den Softwarekern angebundene Funktionsmodule gegliedert werden. Die Schnittstellen werden vereinheitlicht, weiter qualifiziert und dokumentiert. Für die interne Suche wird die quelloffene Suchmaschine Elasticsearch implementiert. Außerdem werden einige lang gehegte Desiderate angegangen: So sollen z.B. zwischen Vorgängen mehrfach hierarchische Beziehungen möglich sein, so dass mehrbändige Monografien, Periodika, Archivalia, mehrteilige Handschriften und andere hierarchisch strukturierte Werke abgebildet werden können.


Das Rechte- und Rollensystem wird verbessert und alternative Systeme zur Authentifizierung unterstützt. Eine stärkere Datenmodularisierung ermöglicht einen Datenimport zu jedem Zeitpunkt des Workflows, und das Management der Vorgangsdaten wird von der aktuell starren Verzeichnisstruktur auf ein Content Repository umgestellt.

Entwicklungsziel 2: medientypologische Flexibilisierung

Kitodo.Production wird für die Digitalisierung weiterer Medienarten flexibilisiert und unterstützt zukünftig auch Datenformate wie METS/TEI für Handschriften, EAD für Archivalien und LIDO für grafische Medien und mediale Objekte. Dank eines generischen, konfigurationsgestützten Ansatzes wird auch die zukünftige Ergänzung weiterer Medientypen erleichtert. Die Flexibilisierung schafft die Voraussetzungen dafür, dass Kitodo.Production zukünftig über Bibliotheken hinaus auch verstärkt in Archiven und Museen zum Einsatz kommen kann. Zudem sollen neue Bildformate unterstützt werden.

Entwicklungsziel 3: Bedienkonzept

Die Benutzeroberfläche wird gemäß den heutigen Anforderungen an Usability und unter Nutzung aktueller technischer Möglichkeiten grundlegend überarbeitet. Vor allem die Paginierung, Strukturdatenerfassung und Metadatenanreicherung als arbeitsintensivste Schritte im Workflow werden ergonomisch und effizient unterstützt und können bei Bedarf voneinander getrennt bearbeitet werden. Die grafische Oberfläche erfährt ein Redesign mit dem Ziel einer insgesamt verbesserten und intuitiveren Benutzerführung.
Quellcode und Schnittstellen werden im Rahmen des Projekts vollständig dokumentiert und ein zweisprachiger Installationsleitfaden verfasst. Für die Anwenderdokumentation entsteht ein kollaborativ von der Community gepflegtes Wiki.


Nach einer geringfügigen (kostenneutralen) Verlängerung wird das Projekt voraussichtlich Ende Februar 2019 abgeschlossen sein.