DFG-Projekt "Weiterentwicklung Kitodo.Production"

Nachdem wir Sie zuletzt kurz vor Weihnachten über den Stand des DFG-Projekts zur Weiterentwicklung von Kitodo.Production informiert haben, möchte ich Ihnen heute berichten, was in den letzten zwei Monaten passiert ist und wie es weitergehen wird.

Zunächst einmal ist mit Arved Solth ein weiterer Kollege an der SUB Hamburg zum Projektteam gestoßen. Er wird sich überwiegend mit den Editoren für Meta- und Strukturdaten in Kitodo.Production befassen, aber natürlich auch die anderen Arbeitspakete der SUB begleiten. Wie alle anderen Projektmitarbeiter ist er voll in den SCRUM-Entwicklungsprozess eingebunden, der eine enge Abstimmung und dichte Kommunikation zwischen allen Entwicklern gewährleistet. Wir freuen uns über die tatkräftige Verstärkung des Teams und heißen ihn auch auf diesem Weg noch einmal willkommen!

Die Stellenbesetzung der Bibliothek der HU Berlin ist dagegen leider bereits zweimal ergebnislos verlaufen, so dass wir dort mit professioneller Unterstützung einen erneuten Anlauf nehmen müssen.

Inhaltlich ist vor allem das Erreichen des Meilensteins "Schnittstellen" zu vermelden. Die Beschreibung und Spezifikation aller funktionalen Systemschnittstellen stellt eine wesentliche Grundlage für die Modularisierung der Software dar. Insgesamt 13 Schnittstellen sollen künftig alle Funktionsmodule vom Datenmanagement über Suche und Validierung bis hin zu Editoren für Regelsätze und Meta-/Strukturdaten sowie die Anbindung nebenläufiger Prozesse wie einer OCR regeln. Weitere Schnittstellen können natürlich jederzeit ergänzt werden, um bisher noch unvorhergesehene weitere Funktionsmodule anzubinden. Alle Schnittstellen wurden vom Projektteam spezifiziert und bereits nach dem Vier-Augen-Prinzip einem Review unterzogen.

Aktuell arbeitet das Team u.a. daran, eine geeignete Dokumentationsplattform aufzusetzen, um die Schnittstellenbeschreibungen auch öffentlich zugänglich zu machen. Dies ist uns vor allem deshalb wichtig, weil wir unsere Konzepte gerne mit Ihnen diskutieren möchten, bevor wir sie schließlich umsetzen. Wir möchten dazu gerne alle Interessierten Ende April zu einem Workshop nach Dresden einladen und haben zur genaueren Terminabstimmung eine Doodle-Umfrage vorbereitet.

Über eine rege Teilnahme würden wir uns natürlich sehr freuen, um auch die Expertise der Community in einen so zentralen Aspekt der künftigen Software-Architektur einfließen lassen zu können!

Ebenfalls eher technischer Natur war die Umstellung des Projekts auf das Build-Management-Tool Maven, das einen modularen Programmaufbau besser unterstützt und generell einen moderneren Ansatz verfolgt als der bisherige Build-Prozess mit Ant. Diese Umstellung ging erfreulich reibungslos vonstatten und ist bereits abgeschlossen. Damit einher ging auch eine Umbenennung etlicher Pakete, die nun konsequent den Namen "Kitodo" tragen.

Auch die Umgestaltung der Benutzungsschnittstelle schreitet voran. Die NORDAKADEMIE und die SUB Hamburg haben in den letzten drei Monaten 13 Institutionen besucht und dort den NutzerInnen auf die Finger bzw. den Bildschirm geschaut. Darunter waren Bibliotheken, Archive und Dienstleister sowie NutzerInnen von Kitodo, Goobi und Visual Library. Die über 40 Std. Videomaterial aus Beobachtung und Befragungen werden gerade wissenschaftlich ausgewertet und zentrale Ergebnisse im Rahmen des Bibliothekartags / Kitodo Mitgliederversammlung vorgestellt. Erkenntnisse in Bezug auf die technische Gestaltung des Systems fließen dabei auch jetzt schon kontinuierlich in die Entwicklung.

Das Projekt hat auch bereits erste anwendbare Ergebnisse "am Rande" hervorgebracht, darunter vor allem eine ausführliche Anleitung zur Konfiguration des Laufzettels und eine Überarbeitung der Kitodo Coding Guidelines. Ersteres finden Sie im GitHub-Wiki und ist auch bereits in den bestehenden Kitodo-Versionen anwendbar. Letztere wurden auf dieser Seite veröffentlicht und werden Ihnen auf der Mitgliederversammlung im Juni noch einmal etwas ausführlicher vorgestellt (die Techniker unter Ihnen kennen das Dokument bereits, da sie schon an dessen Überarbeitung mitgewirkt haben - vielen Dank dafür!).

Die nächsten größeren Meilensteine "Modularisierung" und "Rechte und Rollen" sollen gegen Ende Mai erreicht werden. Spätestens dann werden wir also wieder ausführlich über den Stand des Projekts berichten. Vorher hören Sie natürlich mindestens noch von uns, sobald die Schnittstellendokumentation öffentlich zugänglich ist sowie wenn wir Sie über die Ergebnisse des Workshops informieren können.